Erläuterungen zum Programm

 Arcangelo Corelli (1653-1713)
Concerto op. VI Nr. 2: Vivace-Allegro-Adagio-Vivace-Allegro-Largo –
Allegro – Grave-Andante-Allegro

Dieses Werk bringt die noch junge Form des barocken Concerto grosso in seine klassische Form und zu einem ersten Höhepunkt. Das Concerto grosso als Gattung lebt von der Gegenüberstellung von zwei Orchestergruppen: einem meist dreiköpfigen Solistenensemble, dem Concertino und dem vollen Orchester, dem Ripieno. Bei diesem Stück bilden zwei Flöten und eine Bassflöte die Solistengruppe.

Joseph Bodin de Boismortier (1689-1755)
Sonata III in e-moll: Andante – Presto – Adagio – Allegro

Boismortier war der fruchtbarste Komponist von Flötenmusik in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Frankreich. Seine Musik ist meist gefällig und mischt italienische und französische Stilelemente. Gelegentlich hat sie auch eine tiefe Stimme wie in dieser Sonate für 3 Flöten und Bass, die hier chorisch gespielt wird.

Pierre-André Bovey (1942*)
Passacaille pour un tombeau de Boismortier

In der Musik bedeutet Tombeau ein Stück, das zur Erinnerung an einen Musiker geschrieben wurde. Davon gibt es viele Beispiele in der Barockzeit und auch im 20. Jahrhundert, wie zum Beispiel «Le Tombeau de Couperin» von Maurice Ravel. Meine Komposition, für 3 Altflöten, 3 Bassflöten und Kontrabassflöte geschrieben, basiert auf dem dritten Satz aus der Sonate von Boismortier und bearbeitet sein chromatisches Thema in einer modernen Sprache.

Pierre-André Vincent (1949*)
Labyrinthe II

Dieses Werk wurde von einem Bild des amerikanischen Malers Adolphe Gottlieb inspiriert. Es gewährt den Interpreten viel Freiheit; zum Beispiel kann jeder Flötist seinen Weg bestimmen, wobei, wie in einem echten Labyrinth, viele Kreuzungen und Sackgassen den Ausgang erschweren.

Léo Delibes (1836-1891)
Valse lente aus dem Ballett „Coppélia“

Delibes war Organist und Chordirigent im Pariser Opernhaus. Er kom-ponierte 6 Opern und 4 Ballette, unter denen Coppélia sein Meisterwerk ist.

Claude Debussy (1862-1918)
Claire de Lune und Passepied aus der „Suite bergamasque“

Diese zwei Sätze gehören zur «Suite Bergamasque» für Klavier, die Debussy 1890 komponierte. Er wurde von Verlaines Gedichten «Fêtes galantes» inspiriert. Welche Popularität die «Suite Bergamasque», besonders «Clair
de lune», bald nach dem Tod des Komponisten erlangt hat, beweisen die zahlreichen Transkriptionen für die unterschiedlichsten Besetzungen.

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Divertimento KV 138: Allegro – Andante – Presto

Seine drei Divertimenti schrieb Mozart 1772 in Salzburg. Man kann nur bewundern, wie der Komponist uns bei einem Unterhaltungsstück subtile, gepflegte und lebendige Musik schenkt.

Pierre-André Bovey